Es sind mehr als 2500 verschiedene Sorten Schneeglöckchen bekannt. Für den Laien sind sie mitunter kaum zu unterscheiden und immer wieder entstehen durch natürliche Mutationen und Züchtungen neue Sorten. Sie sind reinweiß, gelb, hellgrün, groß oder klein, haben eine gelbe Mitte, dunkelgrüne Zeichnungen, eine hammerschlagartige Blattstruktur oder gefüllte Kelche. Kurz, sie sind in ihrer Vielfalt kaum zu übertreffen. Längst ist die britische Sammelleidenschaft auf den Kontinent übergeschwappt und hat in Deutschland Gartenliebhaber infiziert. Dazu zählt auch Klaudia Knopf, die in ihrem 2700 Quadratmeter großen Garten allein 120 verschiedene Sorten zählen kann. Dabei hatte sie Frühblüher eigentlich aus ihrer Gartenplanung verbannt. „Mich störte das verblühte Laub der Frühblüher“, erinnert sie sich. „Aber dann sind wir vor 20 Jahren hierhergezogen und am Straßenrand vor dem Haus standen Schneeglöckchen. Das hat mir so gut gefallen, dass ich ein Paar in den Garten geholt habe.“ Diesen einzelnen Pulk teilte sie in jedem Jahr und so wurden es im Laufe der Jahre immer mehr Schneeglöckchen. „Mein Ziel war eine komplett weiße Fläche aus dem weit verbreiteten Schneeglöckchen, Galanthus nivalis. Das hätte sicher gedauert, bis ich 80 Jahre alt bin“, schmunzelt sie.
Aber es kam anders. Nach einer Englandreise, bei der sie viele Gärten und Friedhöfe mit Schneeglöckchen besuchten, bestellte ihr Mann drei besondere Exemplare. „Es war um mich geschehen, als ich dieses Paket auspackte. Die Pflanzen sahen aus, wie gebügelt. Alle Wurzeln lagen in einer Richtung und alles war sorgfältig in Moos und Zellstoff eingebettet“, erzählt Klaudia Knopf. Sammler-Schneeglöckchen wie diese werden „In The Green“ versendet, das heißt in blühendem Zustand. So kann der Käufer sofort sehen, ob er auch das richtige Exemplar bekommen hat. Bei Preisen, die auch mal drei- und sogar vierstellig sein können, ist das gut nachvollziehbar. „Die Einsteigerpreise liegen bei zehn Euro“, erklärt sie. „Das kam mir früher viel vor. Inzwischen hat sich das relativiert.“ Ihre teuerste Anschaffung lag bei 120 Euro. „Das hört sich erst einmal viel an, aber wenn ich überlege, welche Summen man für Schuhe ausgeben kann, ist es doch gar nicht so schlimm. In jedem Jahr freue ich mich über das Schneeglöckchen, wie es blüht und sich vermehrt. Schuhe sind dann längst ausgetreten.“
Seit 2017 sammelt die Hobbygärtnerin nun intensiv Schneeglöckchen. In den ersten Jahren kamen die meisten zusammen. Doch Besonderheiten zu finden, wird immer schwieriger. „Es gibt Sorten, die man nur auf Schneeglöckchen-Märkten oder über Beziehungen ergattern kann.“
Klaudia Knopf schätzt aber nicht nur die Besonderheit ihrer kleinen Schützlinge. „Ich liebe es, dass sie mir den Winter versüßen. Mein Lieblingsmonat ist inzwischen der Februar. Es ist kein Unkraut da, nur Schneeglöckchen, Winterlinge und andere Frühblüher – eine unfassbar schöne Zeit.“ Und noch bevor die ersten Schneeglöckchen ihre Köpfe aus dem Boden stecken, wühlt sie schon in der Erde und schaut, ob es bald losgeht. „Auf die ersten freue ich mich am meisten“, sagt sie. „Aber natürlich liebe ich alle gleich. Ein Lieblingsschneeglöckchen? Das gibt es nicht.“
In ihrem Vortrag „Den Schneeglöckchen unter den Rock geschaut“ gibt Klaudia Knopf einen Einblick über die umfangreiche Welt der Schneeglöckchen und erzählt, wie sie zur leidenschaftlichen Sammlerin wurde.
Sonntag, 22. Februar, 15:00 Uhr im
Staudenhof Kulturgarten, Geilwanger Straße 27, 24896 Treia
Anmeldung unter 04626 8859242